
#dieWIRTSCHAFTSPRAXIS-VW.THINKTANK I STATUS.QUO Q2/2025
HINWEIS: VIDEOAUSSCHNITTE ZUR ZINSENTSCHEIDUNG/-PROGNOSE 01:13:57 I Inflationseffekt der Zölle und wie bzw. wann soll die FED reagieren? 01:24:28 I Was muss die FED sehen, damit Zinsen gesenkt werden können? Auf was schaut die FED in Bezug auf Inflationsentwicklung, um abzuwiegen, ob der Inflationseffekt nur „transitorisch“ ist?
Zusammenfassung:
Seit der Rückkehr Donald Trumps ins Präsidentenamt hat der US-Dollar eine nachhaltige Abwertung von etwa 10 % gegenüber einem Korb wichtiger Industrieländer erfahren, was die bisherige Rolle des Dollars als sicherer Hafen infrage stellt und auf eine zunehmende relative Schwäche hindeutet .
Im April 2025 wurde die bisher stabile Zusammenhang zwischen US-Zinsdifferentialen und Dollarkurs durch Trumps Ankündigung signifikanter Zollerhöhungen erheblich gestört: Anleger zogen sich verstärkt aus US-Vermögenswerten zurück, während Staatsanleihenrenditen stiegen und der Dollar an Wert verlor – ein atypisches Muster, das eher von Schwellenländern oder Krisenregionen bekannt ist .
Die Marktsensitivität des Dollars gegenüber globaler Volatilität (Vix) normalerwese führt zu einer Flucht in den Dollar in Krisenzeiten; im April kehrte sich dieses Muster allerdings um, was von Steven Kamin als Indikator für erhöhte Fragilität des Greenbacks interpretiert wird und eine atypische Anlegerreaktion zeigt .
Trotz einer teilweisen Rückkehr der Korrelation zwischen Zinsdifferenzen und Dollarkurs bleibt die Bewertung des Greenbacks auf einem dauerhaft niedrigeren Niveau, was strukturelle Schwächen und potenzielle negative Einflussfaktoren durch Trumps Wirtschaftspolitik widerspiegelt .
Die derzeitige Stabilisierung der Dollarschwäche ist fragil: Anstehende politische Maßnahmen wie die Umsetzung hoher Zölle ab August 2025 könnten den Druck auf die Federal Reserve erhöhen und die US-Währung in weiterer Folge deutlich schwächen, wobei das tatsächliche Ausmaß erst in einer zukünftigen systemischen Krise sichtbar wird .