CHINA I BINNENMARKT UND SEINE GLOBALE ROLLE
Zusammenfassung:
Chinas Dominanz bei kritischen Mineralien: China ist der weltweit dominante Lieferant von Mineralien wie Seltenen Erden, Lithium, Graphit und Kobalt, die für die Produktion von Elektrofahrzeugen, Solarpanels, Windturbinen und anderen kohlenstoffarmen Technologien unerlässlich sind.
Historische Entwicklung der Dominanz: Chinas Führungsrolle entwickelte sich durch frühe strategische Entscheidungen, massive Investitionen in die Raffination und Verarbeitung und die Abkehr westlicher Unternehmen von diesen energieintensiven und umweltschädlichen Prozessen.
Risiken der Abhängigkeit: Die starke Abhängigkeit von China birgt erhebliche Risiken für westliche Nationen, darunter Versorgungsunterbrechungen durch wirtschaftliche Rivalität, diplomatische Streitigkeiten oder interne Störungen, sowie die Gefahr der "Waffenisierung" dieser Materialien als Verhandlungsmittel, wie China es 2025 mit Exportbeschränkungen für Seltene Erden demonstrierte.
Gegenmaßnahmen und Strategien: Die USA und andere Länder reagieren mit erheblichen Anstrengungen, um alternative Lieferketten aufzubauen. Dazu gehören direkte Investitionen in heimische Bergbau- und Verarbeitungsunternehmen, Finanzierungen für Projekte weltweit, der Aufbau von Mineralien-Allianzen und die Schaffung strategischer Rohstofflager, wie das US-"Project Vault" oder der EU-"RESourceEU"-Plan.
Herausforderungen für die Unabhängigkeit: Trotz dieser Bemühungen ist der Weg zur Unabhängigkeit komplex. Die Verarbeitung kritischer Mineralien ist technisch anspruchsvoll, energieintensiv und umweltschädlich. Zudem hält China nicht nur die Verarbeitung in vielen Bereichen in der Hand, sondern kontrolliert auch einen großen Teil der Minen in anderen Ländern (z.B. Kobalt im Kongo und Seltene Erden in Myanmar), was die Diversifizierung erschwert.
Chinas Zentralbank wird das Land voraussichtlich nicht aus der Deflation retten können, und das aus folgenden Gründen:
Geringe Bankenprofitabilität schränkt Zinssenkungen ein: Die rekordtiefe Zinsdifferenz zwischen Einlagen- und Kreditzinsen (nur 1,4 %) belastet die Profitabilität der Banken erheblich. Dies verhindert, dass die Zentralbank die Leitzinsen deutlich senken kann, ohne die finanzielle Stabilität der Kreditinstitute zu gefährden.
Begrenzter Spielraum für geldpolitische Lockerung: Selbst wenn die Zentralbank handelt, werden nur minimale Zinssenkungen von voraussichtlich ein bis zwei Schritten um jeweils 0,1 Prozentpunkte erwartet. Diese geringfügigen Anpassungen dürften nicht ausreichen, um eine tief verwurzelte Deflation wirksam zu bekämpfen.
Abwartende und verzögerte Strategie: Die Zentralbank verfolgt eine abwartende Haltung und hofft, dass sich die Bankenprofitabilität durch die Fälligkeit und Neufestsetzung von Einlagen im Jahr 2026 natürlich verbessert. Diese Zurückhaltung verzögert notwendige proaktive und entschlossene geldpolitische Eingriffe.
Tief verwurzelte und langanhaltende Deflation: China ist laut einigen Indikatoren bereits vor über zwei Jahren in die Deflation gerutscht. Dies deutet darauf hin, dass es sich um ein hartnäckiges und länger bestehendes Problem handelt, das aggressivere und umfassendere Maßnahmen erfordert, als die Zentralbank bisher signalisiert oder umsetzen kann.
Gefahr einer zu langsamen Reaktion: Obwohl die Zentralbank bei einer weiteren Verschlechterung der Wirtschaftslage schneller handeln würde, besteht die ernste Sorge, dass ihre Maßnahmen "nicht schnell genug" erfolgen, um die bereits etablierten deflationären Tendenzen effektiv umzukehren und die Wirtschaft zu stimulieren.
Verstärkung deflationärer Tendenzen durch Dollarschwäche: Ein schwächerer US-Dollar schadet nicht nur den chinesischen Banken, die US-Staatsanleihen halten, sondern reduziert auch die Attraktivität chinesischer Exporte. In Verbindung mit billigeren Importen könnte dies Chinas deflationäre Tendenzen weiter verschärfen.
China erreichte sein Wachstumsziel im Jahr 2025 durch folgende Maßnahmen:
Starke Exporte und Rekordhandelsüberschuss: Das Wachstum wurde maßgeblich durch einen Rekordhandelsüberschuss von fast 1,2 Billionen US-Dollar beflügelt, der auf eine unerwartet starke Exportleistung zurückzuführen war.
Kompensation schwacher Binnennachfrage: Die starke Exportleistung kompensierte die Schwäche des privaten Konsums, da die Haushalte einen noch höheren Anteil ihres Einkommens sparten (32 % im Jahr 2025 gegenüber 31,7 % im Vorjahr), anstatt den Konsum anzukurbeln.
Ausgleich schrumpfender Investitionen: China übertraf sein Ziel, obwohl die Investitionen in Sachanlagen (FAI) im Jahr 2025 erstmals seit 1989 schrumpften, insbesondere durch den Einbruch bei Immobilieninvestitionen und den Rückgang der Infrastrukturausgaben.
Abwertung des realen Wechselkurses: Eine Schwächung des chinesischen Wechselkurses um mehr als 18 % zwischen März 2022 und Juli 2025 (real, inflationsbereinigt) verbilligte Chinas Exporte und trug so zur Wettbewerbsfähigkeit und dem hohen Handelsüberschuss bei.
Zusammenfassung:
1) Chinas neue Exportbeschränkungen für Seltene Erden verpflichten ausländische Unternehmen, vor dem Export von Produkten, die bestimmte Seltene Erden enthalten und aus China stammen, die Genehmigung der chinesischen Regierung einzuholen.
2) Die Regeln haben Drohungen mit Strafmaßnahmen aus Washington und Widerstand seitens der Europäischen Union ausgelöst. US-Präsident Donald Trump erklärte, er könne den Handel mit Speiseöl aus China stoppen.
3) Dieser Schritt hat Unternehmen und politische Entscheidungsträger dazu angeregt, nach möglichen Gegenmaßnahmen und Alternativen zu Chinas kritischen Vorprodukten zu suchen. Einige Länder beschleunigen die Erprobung von Ersatzstoffen, andere erwägen, chinesische Unternehmen zur Herausgabe ihrer Technologie zu zwingen.
Donald Trump hat auf folgende Weisen dazu beigetragen, dass China im Jahr 2025 seine Stärke unter Beweis stellen konnte:
Ineffektive Zollpolitik: Seine Wahl bilateraler Zölle zur Schädigung Chinas war ein Fehler, da chinesische Unternehmen an harte Bedingungen gewöhnt sind und Chinas Wirtschaft als Nicht-Demokratie Belastungen besser verkraften kann als die amerikanische.
Entfremdung von Verbündeten: Statt eine wirtschaftliche Einkreisung Chinas mit Verbündeten zu koordinieren, verprellte Trump diese mit Zöllen, wodurch er eine geeinte Front gegen China verhinderte.
Schwächung der amerikanischen Innovationskraft: Trumps Angriffe auf die Wissenschaft, durch das Visieren von Forschern, Kürzung von Fördergeldern und Einschränkung der Finanzierung wichtiger Forschungsprojekte, hemmten die amerikanische Innovationsfähigkeit.
Vertreibung von Talenten: Seine Feindseligkeit gegenüber ausländischen Wissenschaftlern, insbesondere ethnischen Chinesen, als Teil eines umfassenderen Angriffs auf die Einwanderung, führte dazu, dass talentierte Menschen Amerika verlassen oder sich gegen einen Umzug dorthin entschieden, wovon China profitierte.
Verlust des moralischen Vorteils: Indem er universelle Werte verachtete und autoritäre Herrscher bewunderte, drohte Trump Amerikas größten Vorteil zu verspielen – die Anziehungskraft auf Talente durch universelle Werte statt eines ethno-nationalistischen Projekts.
Chinas Immobilienprobleme könnten bis 2030 andauern, da mehrere Faktoren eine schnelle Erholung verhindern:
Marktverzerrungen durch lokale Behörden: Lokale Beamte begrenzen Preisnachlässe bei Neubauwohnungen, um plötzliche Einbrüche und soziale Unruhen zu vermeiden. Dies verzerrt jedoch die Marktsignale und verlangsamt den Verkauf von schätzungsweise 30 Millionen unverkauften Wohnungen.
Fehlende Grundsteuer: Die Zentralregierung hat es versäumt, eine sinnvolle Grundsteuer für Wohnimmobilien einzuführen. Ohne diese Abgabe haben Eigentümer von geschätzten 49 Millionen brachliegenden Anlageimmobilien wenig Anreiz zum Verkauf, was den Markt nicht bereinigt.
Widerwillige Verkäufe bestehender Immobilien: Da eine Grundsteuer fehlt und die Eigentümer ihre Verluste nur widerwillig akzeptieren, werden Anlageimmobilien nur zögerlich zum Verkauf angeboten. Dies ist problematisch, da der Anteil der Neubauverkäufe stark zurückgegangen ist und das Angebot an älteren Häusern immer wichtiger wird.
Ungenügende Daten und Informationsbeschränkungen: Die offiziellen Daten zur Immobilienlage, wie der Hauspreisindex für 70 Großstädte, unterschätzen das wahre Ausmaß des Problems, da Tausende kleinerer Städte nicht berücksichtigt werden und anekdotische Berichte auf stärkere Preisrückgänge hindeuten. Dies erschwert eine genaue Bewertung und effektive Reaktion auf die Krise.
Pessimistische Expertenprognosen: Expertenmeinungen, wie ein Bericht von Enhance International, gehen davon aus, dass die Preise für Bestandsimmobilien trotz ihres bereits niedrigen Niveaus noch um 40 % fallen werden und die Immobilienkrise in China bis 2030 andauern könnte.
Gerne, hier sind die fünf Hauptaussagen des Artikels zusammengefasst:
Chinas Technologieführerschaft wächst rasant: Neben bereits dominanten Bereichen wie Elektrofahrzeugen und Solaranlagen expandiert China schnell in Zukunftstechnologien wie autonome Fahrzeuge (Robotaxis) und neue Medikamente. Die Robotaxis sind deutlich günstiger als westliche Modelle und die Pharmaindustrie hat sich zum zweitgrößten Entwickler neuer Medikamente weltweit entwickelt.
Schlüssel zum Erfolg sind Talent, Produktion und Regulierung: Chinas Innovationskraft basiert auf einem großen Pool an Talenten, einer breiten Produktionsbasis und massiven Produktionsmengen. Ein entscheidender Faktor sind zudem agile und flexible Regulierungsbehörden, die schnelle Genehmigungsverfahren ermöglichen und Pilotprojekte unterstützen, beispielsweise durch die drastische Verkürzung von Genehmigungszeiten für klinische Studien.
Gnadenloser Wettbewerb schafft Export-Champions: Der intensive inländische Wettbewerb, oft in einer von Deflation geprägten Wirtschaft und mit subventionierten neuen Technologien, übt enormen Druck auf die Unternehmen aus. Diejenigen, die überleben, sind jedoch extrem wettbewerbsfähig und suchen aggressive Expansionsmöglichkeiten auf dem Weltmarkt.
Globale Auswirkungen durch "Billiginnovationen": Eine neue Welle chinesischer Billiginnovationen, insbesondere bei Medikamenten und Robotaxis, wird die Welt erfassen. Während günstige Medikamente Vorteile, besonders für Entwicklungsländer, bringen können, werden Robotaxis, die in den USA oft blockiert werden, in anderen Regionen Fuß fassen, wo die heimischen Bemühungen noch hinterherhinken.
Aufforderung an den Westen zur Überprüfung eigener Prozesse: Der Westen muss seine Innovationsprozesse überdenken, anstatt vorschnell Protektionismus zu betreiben. Es wird davor gewarnt, Chinas Erfolg fatalistisch zu sehen, und stattdessen vorgeschlagen, von der Agilität des chinesischen Privatsektors und der Regulierungsbehörden zu lernen. Kritisiert werden langsame Genehmigungsverfahren, mangelnde Investitionen in Forschung und die Feindseligkeit gegenüber qualifizierten Einwanderern in westlichen Ländern.
Chinas rekordhohe Handelsüberschüsse bedeuten Folgendes:
Exportstärke trotz Hindernissen: Der Überschuss übersteigt in den ersten elf Monaten des Jahres eine Billion US-Dollar, was selbst nach der Erhöhung der US-Zölle auf einige chinesische Waren auf über 145 % überraschend hoch ist. Dies wurde durch das Finden neuer Märkte und das Umgehen von Zöllen erreicht.
Zeichen der Binnenschwäche: Der enorme Überschuss spiegelt nicht nur die Beharrlichkeit der Exporteure wider, sondern auch die Schwäche der chinesischen Binnenausgaben. Die Importe sanken im Vergleich zum Vorjahr, insbesondere aufgrund schwächelnder Investitionsausgaben im Baugewerbe.
Wettbewerbsvorteil durch Deflation und Währung: Sinkende Inlandspreise (Deflation) machen chinesische Waren im Ausland wettbewerbsfähiger. Zudem halten niedrigere Zinssätze den Yuan relativ günstig, was den Exporten einen zusätzlichen Vorteil verschafft.
Verzögerung notwendiger Reformen: Die starke Exportdynamik hat China geholfen, sein Wachstumsziel von "rund 5 %" zu erreichen, ohne stärkere Konjunkturprogramme oder entschlossenere Bemühungen zur Beendigung des Immobilienmarkteinbruchs ergreifen zu müssen. Politische Entscheidungsträger haben sich mit Teilmaßnahmen begnügt.
Erhöhte Exportabhängigkeit und künftige Risiken: China verlässt sich zu sehr auf Exporte als Wachstumsmotor, was es anfällig für globale Rückgänge, weitere Zölle und eine Abwertung des Yuan macht. Diese Abhängigkeit verzögert die Belebung der Binnennachfrage und birgt das Risiko, in eine "deflationäre Denkweise" wie Japan zu verfallen.
China gewinnt den Handelskrieg gegen die USA aus folgenden Gründen:
Widerstandsfähigkeit und effektive Vergeltung: China hat sich als widerstandsfähig gegenüber amerikanischem Druck erwiesen und gelernt, ebenso effektiv wie die USA zu eskalieren und Vergeltungsmaßnahmen zu ergreifen. Beispiele hierfür sind eigene Hafengebühren, Drohungen mit Kartellverfahren und die Beschränkung von Exporten seltener Erden, die die USA dazu veranlassten, Drohungen zurückzunehmen.
Strategische Schwächung der US-Hebelwirkung: China arbeitet daran, seine Lieferketten von ausländischen Vorprodukten zu befreien und sich gleichzeitig für die Lieferketten anderer Länder unentbehrlich zu machen. Durch das gezielte Aussetzen von Sojabohnenkäufen hat China zudem eine wichtige Wählergruppe von Donald Trump verärgert, was seine Verhandlungsposition schwächt.
Neudefinition globaler Handelsnormen: China entwickelt durch Versuch und Irrtum neue globale Handelsnormen und versucht, ein von ihm dominiertes System auf den Trümmern der alten liberalen Handelsordnung zu errichten. Dies geschieht unter anderem durch die Einführung eines globalen Lizenzsystems.
Veränderung der Handelsgeografie: China hat die Geografie seines Handels erfolgreich verändert. Während die Exporte in die USA um 27 % zurückgingen, stiegen die Warenexporte insgesamt um über 8 %. China nutzt seine Position als hochentwickelter Hersteller und größter Handelspartner von rund 70 Ländern, um Handelsregeln neu zu gestalten.
Stärkung der internen Führung: Der Handelskrieg hat Xi Jinping und die Kommunistische Partei gestärkt, anstatt sie zu schwächen. Für viele Chinesen bestätigt Trumps aggressives Vorgehen Xi Jinpings Projekt, China auf den Aufstieg zur techno-industriellen Supermacht in einer feindseligen Welt vorzubereiten.